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Wissen

Infos für Jugendliche

Warum fühle ich mich so leer?

Es ist ganz normal, dass du manchmal schlechte Laune hast oder dich nicht gut fühlst. Aber wenn du dich über längere Zeit niedergeschlagen und erschöpft fühlst, solltest du das ernst nehmen. Bleib nicht allein damit! Diese Symptome können ein Hinweis auf eine Depression sein.

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Bin ich depressiv?

Eine Depression ist eine ernste Erkrankung, die beeinflusst, wie du denkst, dich fühlst und dich in verschieden Situationen verhältst. Oft kommen auch körperliche Beschwerden dazu, wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Viele erkrankte Jugendliche fühlen sich schnell erschöpft und haben Probleme in der Schule, im Freundeskreis oder mit der Familie.

Die wichtigsten Anzeichen einer Depression sind:

  • traurige oder gedrückte Stimmung
  • keine Freude mehr an Dingen, die früher Spaß gemacht haben

Weitere Anzeichen können sein:

  • wenig Energie – selbst kleine Aufgaben sind anstrengend
  • Aufmerksamkeits-, Leistungs- und Schulprobleme
  • weniger Motivation
  • tageszeitabhängige Stimmungsschwankungen
  • psychosomatische Beschwerden (z.B. Kopfschmerzen)
  • sozialer Rückzug von Freundinnen und Freunden und der Familie
  • Schlafprobleme
  • eher bei Mädchen: Schuldgefühle, Selbstwertprobleme, Ängste
  • eher bei Jungen: Verhaltensprobleme, Wut, Aggression
  • Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken

Wusstest du? 5-12% aller Jugendlichen erkranken an einer Depression – das sind etwa 1-2 Schülerinnen und Schüler pro Klasse.

Was hilft gegen Depression?

Eine Depression ist eine Erkrankung – und wie bei anderen Erkrankungen braucht man Hilfe von Fachpersonen. Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Psychiaterinnen und -psychiater sind dafür ausgebildet, dir zu helfen.

Meistens wird eine Depression bei Jugendlichen mit Psychotherapie behandelt. Dabei lernst du z.B., wie du besser mit schwierigen Situationen umgehen kannst.

Wenn die Depression sehr stark ist, können zusätzlich Medikamente (Antidepressiva) helfen.

Vielen Jugendlichen, die an einer Depression erkrankt sind, hilft es zusätzlich, sich mit anderen Betroffenen (anonym) auszutauschen. Das geht bei FIDEO.

Wo finde ich Hilfe?

Wenn es dir über einen längeren Zeitraum nicht gut geht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen oder mit jemandem darüber zu sprechen. Wir alle brauchen ab und zu Unterstützung. Bleib mit dunklen Gedanken und Gefühlen nicht allein, sondern vertrau dich jemandem an!

Der erste Schritt - Bleib nicht allein!

Personen in deinem Umfeld

Wenn es dir psychisch schlecht geht, ist es wichtig, dass du nicht alles mit dir allein ausmachst. Sprich mit jemandem, dem du vertraust. Das können sein:

  • ein Freund oder eine Freundin
  • ein Elternteil
  • eine Vertrauensperson in deiner Familie, Schule, im Verein
  • der oder die Schulsozialarbeiter/-in

(Online) Beratungsstellen - anonyme Hilfestellen

Wenn du lieber mit einer neutraleren Person sprechen möchtest, gibt es kostenlose und anonyme (online) Beratungsangebote, die dir helfen können.

Telefonisch:

Per Mail oder Chat:

Vor Ort:

Auf der Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) kannst du einfach deinen Wohnort eingeben und schauen, welche Beratungsstellen es in deiner Nähe gibt.

Professionelle Hilfe

Du solltest dir unbedingt Hilfe holen, wenn:

  • du es nicht mehr schaffst, in die Schule zu gehen.
  • du dich von allen anderen zurückgezogen hast und du deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst.
  • du daran denkst, dir etwas anzutun oder dich selbst verletzt.

Such dir in diesen Fällen unbedingt Unterstützung bei Fachpersonen.

Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Psychiaterinnen und Psychiater können dir dabei helfen, dass es dir bald wieder besser geht. Eine erste Anlaufstelle kann aber auch dein Haus- oder Kinderarzt bzw. deine Haus- oder Kinderärztin sein.

Du suchst einen Therapieplatz?

Die Suche nach einem Therapieplatz braucht mitunter Zeit. Lass dich dabei von vertrauten Personen unterstützen und bleib unbedingt dran!

Hier kannst du nach einem Therapieplatz suchen:

  • Kassenärztliche Vereinigung: Über die Website bzw. die Telefonnummer 116 117 kannst du einen Termin für die erste Sprechstunde vereinbaren. Du kannst aber auch selbst über die Suchfunktion Fachpersonen in deiner Stadt suchen und dort anrufen.
  • Ausbildungsinstitute für Psychotherapeutinnen und -therapeuten in deiner Nähe
  • Psychotherapeutische Hochschulambulanzen in deiner Nähe
Im Notfall

Wenn du an einer Depression erkrankt bist, kann es sein, dass du alle Hoffnung verlierst und glaubst, dass sich das Leben für immer so schwer anfühlen wird. Die große Hoffnungslosigkeit bei einer Depression fühlt sich unerträglich an. Dadurch können Gedanken entstehen, sich das Leben zu nehmen.

Es ist wichtig, sich in so einer Situation Hilfe zu suchen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass du unbedingt Unterstützung brauchst! Wird die Depression durch Profis behandelt, lassen die dunklen Gedanken nach.

Was du in so einem Fall tun kannst:

  • Wende dich an eine (erwachsene) Person, der du vertraust
  • Sprich mit deinem Haus- oder Kinderarzt bzw. deiner Haus- oder Kinderärztin oder Psychotherapeuten/-therapeutin
  • Melde dich beim Kinder- und Jugendtelefon (116 111) oder bei der Telefonseelsorge (0800 1110111)

Wenn die Gedanken sehr stark sind, kannst du jederzeit:

  • in eine Klinik in deiner Nähe gehen.
  • bei Lebensgefahr den Notruf (112) wählen!

Bitte unbedingt jemanden um Unterstützung und bleibe nicht allein mit diesen Gedanken! Du darfst dir immer helfen lassen.

Alarmstufe Rot: Du brauchst sofort Hilfe?

Wenn du Gedanken daran hast, dass du nicht mehr leben möchtest und fürchtest, dir etwas anzutun, hol dir bitte sofort Hilfe. Du kannst immer:

  • in eine Klinik in deiner Nähe gehen
  • bei Lebensgefahr den Notruf (112) wählen

Du musst da nicht allein durch. Bitte such dir Unterstützung und bleib nicht allein!

Wie kannst du Freundinnen und Freunde unterstützen, um die du dir Sorgen machst?

  • Sprich die Person an

    Frag nach, wie es ihr geht. Zeig, dass du offen für ein Gespräch bist und Verständnis hast.

  • Du musst keine Lösung haben

    Es reicht, wenn du zuhörst. Du kannst z.B. anbieten, gemeinsam mit dem/der Schulsozialarbeiter/-in zu sprechen oder Hilfe bei einer Beratungsstelle zu holen.

  • Hab Geduld

    Manchmal dauert es, bis sich dir jemand anvertraut. Vielleicht musst du auch mehrmals das Gespräch suchen.

  • Pass auf dich auf

    Achte auf deine eigenen Grenzen. Wenn es dir zu viel wird, sprich mit einer erwachsenen Person, der du vertraust.

Du willst noch mehr erfahren?

E-Learning für Jugendliche: „Alles gut bei dir?!“

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In unserem interaktiven Online-Kurs erhältst du Antworten auf Fragen wie: Woran erkenne ich, dass ich es nicht mehr alleine schaffe und wo finde ich Hilfe? Oder auch: Was kann ich tun, wenn ich mir Sorgen um einen Freund oder eine Freundin mache? Neben wichtigen Informationen erwarten dich hier auch konkrete Tipps und Menschen, die ihre Geschichte mit dir teilen.

Hier geht’s zum E-Learning.

Möglich wurde das E-Learning-Angebot durch eine Förderung von der Swiss Life Stiftung für Chancenreichtum und Zukunft gGmbH.

Videoreihe „Alles Gut?! Mehr als nur eine Frage."

In fünf kurzen Videos teilen Menschen, die selbst an einer Depression erkrankt sind, ihre ganz persönlichen Erfahrungen. Außerdem erfährst du von dem Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Holtmann viele Informationen und Tipps rund um die Erkrankung.

Was ist der Unterschied zwischen schlechter Laune und einer Depression? Wie kannst Du eine Depression erkennen? Hier findest du Antworten:

Warum erkranken manche Menschen an einer Depression und andere nicht? Welche Ursachen gibt es für die Erkrankung? Antworten auf diese und weitere Fragen zur Entstehung der Depression findest du hier:

An wen kannst du dich wenden, wenn es dir nicht gut geht? Wer sind erste Ansprechpersonen bei einer Depression? Wie wird eigentlich eine Depression behandelt? Das findest du in diesem Video heraus:

Was kannst du tun, wenn du dir Sorgen um eine Freundin oder einen Mitschüler machst? Wie kannst du eine Person ansprechen, um die du dir Sorgen machst? In diesem Video findest du wichtige Tipps und konkrete Hilfestellungen, wie du Betroffene unterstützen kannst:

Es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um deine psychische Gesundheit zu stärken. Ganz wichtig ist aber: Bist du an einer Depression erkrankt, musst du mit der Erkrankung nicht allein bleiben. Wende dich an Vertrauenspersonen, Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder Beratungsstellen:

Möglich wurde die Videoreihe durch eine Förderung des Cathy-Hummels-Programms.