Laufende Forschungsprojekte

Heiße Bäder gegen Depressions­symptome

In der Depressionsbehandlung dauert es oft mehrere Wochen, bis Antidepressiva oder Psychotherapie ihre Wirkung entfalten. Eine neue, vielversprechende Ergänzung in der Depressionsbehandlung sind hyperthermische Bäder, die rasch Linderung bringen können, leicht einzusetzen sind und helfen können, die Wartezeit bis zum Wirkungseintritt anderer Behandlungen zu überbrücken.

Hintergrund und Ziel

Hyperthermale Bäder: Multizentrische, 3-armige, randomisierte, kontrollierte Studie zur raschen antidepressiven Wirksamkeit und Sicherheit von Überwärmungsbädern bei Depression

Die Behandlung von Depressionen durch Psychotherapie und/oder Antidepressiva hat sich durch langjährige Forschung bewährt und führt bei einem Großteil der Betroffenen zu einer erheblichen Besserung der depressiven Symptome. Selbst wenn die Behandlung umgehend beginnt, dauert es jedoch einige Zeit, bis Antidepressiva oder Psychotherapie ihre Wirkung entfalten können und nicht alle Betroffenen sprechen auf die Behandlung an. Daher befasst sich diese Studie mit einer neuen, unmittelbar verfügbaren und leicht umsetzbaren Begleitbehandlung in Form von hyperthermischen Bädern, die in ersten Pilotstudien bei Betroffenen bereits auf eine hohe Akzeptanz stößt. Die positiven Auswirkungen von erhöhter Körpertemperatur auf psychische Erkrankungen wurden bereits in der Antike beschrieben. Nun soll die Reduktion depressiver Symptome sowie die sichere Anwendung von hyperthermischen Bädern genauer untersucht werden.

Die Interventionsstudie mit dem Titel „Multizentrische, 3-armige, randomisierte, kontrollierte Studie zur raschen antidepressiven Wirksamkeit und Sicherheit von Überwärmungsbädern bei Depression“ wird unter der Leitung von Prof. Dr. med. Roman Huber (Universitätsklinikum Freiburg) an den Standorten Frankfurt, Freiburg und Lörrach in insgesamt sechs Studienzentren durchgeführt. Durch hyperthermische Bäder (ca. 40 Grad Celsius) soll eine sichere und praktikable Begleitbehandlung angeboten werden, die eine rasche Linderung der depressiven Symptome bewirken kann und sich gut in die Routineversorgung integrieren lässt, wie sich in den genannten Pilotstudien bereits zeigen konnte. Depressiv erkrankte Personen, die randomisiert einer Interventionsgruppe zugewiesen werden, erhalten über einen Zeitraum von acht Wochen je zwei hyperthermische Bäder pro Woche in Kombination mit einer Standarddepressionsbehandlung (treatment as usual). Die erste Kontrollgruppe erhält thermoneutrale Bäder (ca. 34 Grad Celsius) in Kombination mit der Standarddepressionsbehandlung, die zweite Kontrollgruppe erhält lediglich die Standarddepressionsbehandlung.

Als Outcome wird unter anderem die Schwere der depressiven Symptome zu fünf Messzeitpunkten (während der Intervention sowie als follow-up nach 4 Monaten) anhand von Selbst- und Fremdbeurteilung erhoben. Um die Verblindung der Fremdbeurteilung zu gewährleisten, wird das Rating der depressiven Symptome anhand der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) durch Mitarbeitende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention durchgeführt, die an der Intervention selbst unbeteiligt sind.

Das Projekt wird gefördert von der DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft, Projektnummer: 500383239