Psychische Gesundheit im Rettungsdienst – RUPERT
Hintergrund und Zielgruppe
Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Psychophysiologische Stressfaktoren können insbesondere bei vulnerablen Personen zur Manifestation beitragen. Diese Faktoren sind im Arbeitsalltag von Beschäftigten im Rettungsdienst in besonderem Maße vorhanden.
Der Rettungsdienst ist zudem ein überwiegend männlich geprägtes Berufsfeld. Männer weisen höhere Suizidraten auf als Frauen, während psychische Erkrankungen häufiger nicht erkannt oder behandelt werden. Stigmatisierungsängste gelten als wesentlicher Hemmfaktor der Inanspruchnahme von Unterstützung. Daraus ergibt sich ein spezifischer Präventions- und Versorgungsbedarf.
Projektziel
Ziel von RUPERT war die Entwicklung und Implementierung eines zielgruppenspezifischen, anonym nutzbaren Online-Angebots zur Förderung der psychischen Gesundheit von Rettungskräften. Das Projekt basierte auf der Annahme, dass frühe Interventionen und eine frühzeitige ärztliche Abklärung psychischer Belastungen die Prognose depressiver Erkrankungen verbessern und zur Reduktion suizidaler Gefährdung beitragen können.Durch die Kombination aus evidenzbasierter Information, niedrigschwelliger Selbsthilfe und Peer-Unterstützung sollte der Zugang zu leitliniengerechter Behandlung erleichtert, Stigmatisierung reduziert und die Selbstmanagement-Kompetenz gestärkt werden.
Projektbestandteile
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Informationsplattform (www.rupert-community.de) mit evidenzbasierten Inhalten und Erfahrungsberichten
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Moderiertes Online-Diskussionsforum zum anonymen, kostenfreien Peer-Austausch
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Fachliche Inputs und Expertengespräche zu psychischer Gesundheit im Rettungsdienst
Begleitforschung
Die Implementierung von RUPERT wurde wissenschaftlich begleitet. Untersucht wurden die Akzeptanz des Angebots, dessen Nutzung im Berufsalltag sowie potenzielle Wirkmechanismen präventiver Online-Interventionen. Der Fokus lag insbesondere auf der aktiven Nutzung des Diskussionsforums.

