Rath-Initiative

Hilfe und Informationen zum Umgang mit Depression für Künstler

Der Fotograf Oliver Rath (Bild: Familie Rath, Berlin)

Der bekannte Berliner Fotograf Oliver Rath litt an einer Bipolaren Affektiven Störung. Vincent van Gogh und Charles Dickens sollen an Bipolaren Affektiven Störungen gelitten haben. Eine Krankheit der Kreativen? Prinzipiell gilt: Die Depression und auch die manisch-depressive Erkrankung können jeden treffen, der eine Veranlagung dazu hat.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe: „Bei der manisch-depressiven Erkrankung, der sogenannten Bipolaren Affektiven Störung, kommt es neben depressiven Episoden auch zu manischen Krankheitsphasen. Ideenflut und der gesteigerte Antrieb in leichteren manischen Phasen können bei begabten Menschen vorübergehend die Schaffenskraft steigern. Meist ist die Erkrankung jedoch destruktiv. Weder eine schwerere Manie noch eine Depression sind für ein tieferes künstlerisches Erleben und Schaffen zuträglich. Leid führt allerdings zu innerer Differenzierung und vertieft das Mitfühlen mit anderen. Dadurch kann diese schwere psychische Erkrankung auch positiven Einfluss auf die Arbeit von Künstlern haben bzw. zu künstlerischer Tätigkeit animieren, um diese existentiellen Erlebnisse zu verarbeiten. Dies könnte erklären, warum Künstler häufiger unter psychischen Erkrankungen leiden. Prinzipiell gilt aber: Die Depression und auch die manisch-depressive Erkrankung können jeden treffen, der eine Veranlagung dazu hat. Über 20 Prozent der Bevölkerung wird mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression erkranken, mehr als zwei Prozent an einer manisch-depressiven Erkrankung.“

Raths Familie möchte die Erinnerung an den außergewöhnlichen Künstler aufrechterhalten und gleichzeitig andere Künstler mit der Erkrankung unterstützen. Daher wurde unter dem Dach der Deutschen Depressionshilfe die „Rath-Initiative“ ins Leben gerufen, die sich über Spenden finanziert. Ziel ist es, Künstler und Menschen, die in der Medienbranche tätig sind, über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Nicht zuletzt soll den Betroffenen Mut gemacht werden, sich professionelle Hilfe zu holen.
Neben einem Informationsfaltblatt soll künftig unter anderem eine Vortragsreihe für Kunstakademien und Universitäten entstehen, die gezielt über die Erkrankung Depression bei Künstlern informiert und sensibilisiert.

Wir freuen uns über Spenden für die Rath-Initiative:

Kontoinhaber: Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE73 8602 0500 0003 4742 00
SWIFT/BIC: BFSW DE33 LPZ
Konto-Nr. 347 420 0 BLZ: 860 20 500

Stichwort: Rath-Initiative

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