Programm zu Depression im Jugendalter

Cathy Hummels ist Moderatorin, Unternehmerin und Buchautorin u.a. zum Thema Depression. Mit 16 Jahren erkrankte sie erstmals an Depression. Sie sagt über diese Zeit:

"Ich war antriebslos, konnte an nichts mehr Freude finden, war traurig und weinte sehr viel. Ohne dass es einen konkreten Grund für diese Traurigkeit gegeben hätte, sie war einfach da, und ich schaffte es nicht, mich ihr zu entziehen."

Im Herbst 2021 hat Cathy Hummels zugunsten der Stiftung Deutsche Depressionshilfe Charity-Dinner veranstaltet. Viele Spender folgten ihrem Spendenaufruf. Es kamen dabei bis zum Herbst 2022 rund 90.000 Euro auf unserem Spendenkonto zusammen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar. Von diesen Mitteln entwickeln wir aktuell ein Aufklärungsprojekt über Depression für Schülerinnen und Schüler. Die Inhalte werden von einem Team der Stiftung Deutsche Depressionshilfe aus einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und einem Kinder- und Jugendpsychiater entwickelt. Auch die Jugendlichen aus unserem Jugendbeirat beraten uns hinsichtlich der Aufbereitung der Inhalte.

Darüber hinaus äußert sich die Moderatorin und Bloggerin auch offen zu ihrer eigenen Depressionserfahrung als Jugendliche in Medien-Beiträgen oder live auf der Bühne z.B. beim 6. Deutschen Patientenkongress Depression in der Alten Oper Frankfurt im Mai 2022.

Cathy Hummels beim 6. Deutschen Patientenkongress in der Alten Oper Frankfurt/M. © Holger Peters

Mindestens ein Schüler / eine Schülerin pro Klasse leidet an Depression

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, unter denen Kinder und Jugendliche leiden. Mindestens 3 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt — das sind mindestens ein Schüler/ eine Schülerin pro Schulklasse. Die Depression geht mit einem hohen Leidensdruck einher und ist auch heute noch eine Erkrankung, die mit vielen Vorurteilen und Unwissen behaftet ist. Betroffene, aber auch ihre Familienmitglieder sowie Freundinnen und Freunde zögern deshalb sehr lange, sich Hilfe zu suchen oder über ihre „unsichtbare Erkrankung“ zu sprechen. 

Corona belastet Jugendliche zusätzlich

Die Corona-Pandemie hatte darüber hinaus einen negativen Einfluss auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – das zeigt eine repräsentative Studie (COPSY). Durch Schulschließungen fehlten und fehlen über viele Monate wichtige soziale Kontakte und verfügbare Angebote (z.B. Tagesgruppen), welche die Zielgruppen mit einer Veranlagung zu Depression unterstützen könnten. Die Situation für junge Menschen mit Depression, aber auch für Familien mit depressiven Elternteilen, hat sich verschlechtert. Diejenigen, die mit eigenen Ressourcen die Schwierigkeiten im Leben vor der Pandemie noch bewältigen konnten, stoßen nun an ihre Grenzen.

Deshalb ist es erforderlich und verantwortungsvoll, das Thema Depression direkt im Alltag der Jugendlichen aufzugreifen. Ein offener Umgang mit psychischen Erkrankungen beginnt im Jugendalter. Nur so können Barrieren und Vorurteile abgebaut werden, Betroffene und Angehörige gleichermaßen unterstützt und das Hilfesuchverhalten gefördert werden. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe werden im "Cathy-Hummels-Programm" Projekte entwickelt, um Jugendliche über Depression aufzuklären. Seit September 2021 organisiert Cathy Hummels Charity-Veranstaltungen, auf der Spenden für das Programm zur Aufklärung und Unterstützung junger Menschen gesammelt werden. 

Projekte im "Cathy-Hummels-Programm"

Als erstes Projekt wird aktuell umgesetzt:

Online-Basiskurs: "Mental-Health: Psychische Erkrankungen im Jugendalter“, der z.B. auf Social Media Kanälen sowie im Schulumfeld zum Einsatz kommen kann:

In 5 Online-Lektionen erfahren Schülerinnen und Schüler mehr über Depression und erhalten Antworten auf die Fragen

  • Wie ist es, mit einer Depression zu leben?
  • Wo finden Betroffene Hilfe?
  • Wie kann ich einem Freund / einer Freundin helfen?
  • Wie komme ich aus der Depression wieder raus?

Im Anschluss an den Online-Kurs verfügen die Schülerinnen und Schüler über Basiswissen zur Erkrankung. Sie wissen, dass eine Depression jeden treffen kann und wo man Hilfe findet.

Cathy Hummels wird neben anderen Betroffenen sowie einem Experten von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in einem Video für die Jugendlichen ganz offen über ihre Erfahrungen mit der Depressionserkrankung sprechen und so jungen Menschen Mut machen.

Der Online-Basiskurs befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase. Es werden professionelle Aufklärungsvideos gedreht, welche anschließend über Social Media zugänglich gemacht werden sollen. Die Dreharbeiten finden im November 2022 statt. Danach geht das Projekt in die Implementierungsphase.