Skip to content
Über uns

Wofür wir stehen

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention (engl.: German Foundation for Depression and Suicide Prevention) arbeitet kontinuierlich daran, die Versorgung von depressiv erkrankten Menschen zu verbessern.

Ziel und Ansatz

Schwerpunkte unserer Arbeit sind:

  • die weitere Erforschung der Erkrankung an unserem Forschungszentrum
  • vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie eine Mail-Beratung und das deutschlandweite Info-Telefon Depression (0800 33 44 5 33) für Betroffene, Angebote für Unternehmen und Organisationen sowie für medizinisches/therapeutisches Fachpersonal
  • Kampagnen und Aktionen, um über Depression aufzuklären.

Insbesondere mit unserem 4-Ebenen-Ansatz wollen wir zur Abnahme von Suiziden und Suizidversuchen beitragen. Im Folgenden wird unser Ansatz zur Suizidprävention genauer vorgestellt.

Suizidprävention mit dem 4-Ebenen-Ansatz

Die Mehrheit der Suizide erfolgt vor dem Hintergrund einer nicht erkannten oder nicht adäquat behandelten Depression. Der von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention unter Leitung von Prof. Ulrich Hegerl entwickelte 4-Ebenen-Interventionsansatz hat sich als ein wirkungsvolles Instrument im Kampf gegen Suizidversuche und Suizide gezeigt. Er zählt zu den weltweit am häufigsten implementierten Ansätzen zur Suizidprävention.

Der 4-Ebenen-Ansatz verbindet zwei Ziele: die bessere Versorgung von Menschen mit Depression und die Prävention von Suiziden sowie Suizidversuchen. In einer umschriebenen Region (Stadt, Gemeinde) werden dafür gleichzeitig Interventionen auf vier Ebenen gestartet:

  1. Kooperation mit Hausärzten (u.a. Schulungen)
  2. Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Plakatkampagne, öffentliche Veranstaltungen)
  3. Schulungen von Multiplikatoren (z. B. Pfarrer, Lehrer, Journalisten, Altenpflegekräfte, Polizisten)
  4. Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige, u.a. durch Informationsmaterialien, die Förderung der Selbsthilfe und das digitale Selbstmanagement-Programm iFightDepression.

Ansatz kommt weltweit zum Einsatz

Der 4-Ebenen-Ansatz wurde erstmals in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Modellprojekt, dem Nürnberger Bündnis gegen Depression, in den Jahren 2001 und 2002 angewandt und wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen mehrerer EU-geförderter Projekte wurde er weiter optimiert. Mittlerweile haben in Deutschland unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe 90 Städte und Landkreise dieser 4-Ebenen-Ansatz durch die Gründung regionaler Bündnisse gegen Depression umgesetzt. Darüber hinaus wurde der Ansatz in 10 weiteren europäischen Ländern sowie in Australien, Neuseeland, Kanada und Chile umgesetzt – koordiniert von der European Alliance Against Depression. Im WHO-Bericht zur Suizidprävention (2014) wurde der 4-Ebenen-Ansatz als Best-Practice-Ansatz in der Suizidprävention gelobt.

Studien zeigen Rückgang suizidaler Handlungen

Die Wirksamkeit dieses Ansatzes konnte in mehreren Studien gezeigt werden (siehe untenstehende Quellen), in denen eine Abnahme suizidaler Handlungen bzw. Suizidraten in Interventionsregionen im Vergleich zu Kontrollregionen und/oder einer Baseline festgestellt wurden. So gab es allein im Modellprojekt Nürnberger Bündnis gegen Depression in den beiden Interventionsjahren einen Rückgang von Suiziden und Suizidversuchen um 24 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr und der Kontrollregion Würzburg, in der keine vergleichbaren Aktivitäten stattfanden. Der Effekt war auch im Folgejahr nachweisbar.

Eine neue systematische Überblicksarbeit zu Ansätzen der Suizidprävention von Linskens et al. kommt zu dem Schluss, dass die 4-Ebenen-Intervention zur Suizidprävention am vielversprechendsten von allen untersuchten ist. Die 2022 von einer unabhängigen Arbeitsgruppe veröffentlichte Publikation wertete 47 internationale Studien aus, die von Januar 2010 bis November 2020 veröffentlicht wurden.

Quellen

Hegerl, U., Mergl, R., Havers, I., Schmidtke, A., Lehfeld, H., Niklewski, G. & Althaus, D. (2010). Sustainable effects on suicidality were found for the Nuremberg alliance against depression. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci, 260(5), 36(9).

Hübner-Liebermann, B., Neuner, T., Hegerl, U., Hajak, G., & Spießl, H. (2010). Reducing suicides through an alliance against depression? General Hospital Psychiatry, 32(5).

Population- and communitybased interventions to prevent suicide: A systematic review. Crisis: The Journal of Crisis Intervention and Suicide Prevention. Székely, A., Thege, B. K., Mergl, R., Birkás, E., Rózsa, S., Purebl, G., & Hegerl, U. (2013). How to Decrease Suicide Rates in Both Genders? An Effectiveness Study of a CommunityBased Intervention (EAAD). PLoS ONE, 8(9).

Hegerl, U., Maxwell, M., Harris, F., Koburger, N., Mergl, R., Székely, A., Arensman, E., Van Audenhove, C., Larkin, C., Toth, M. D., Quintão, S., Värnik, A., Genz, A. [ ... ], on behalf of The OSPI-Europe Consortium (2019). Prevention of suicidal behaviour: Results of a controlled community-based intervention study in four European countries. PLoS ONE 14(11).

Linskens, E. J., Venables, N. C., Gustavson, A. M., Sayer, N. A., Murdoch, M., MacDonald, R., Ullman, K. E., McKenzie, L. G., Wilt, T. J., & Sultan, S. (2022).

Satzung

Zweck der Stiftung

Die Stiftung wurde zu dem Zweck gegründet – im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild der Depression – Wissenschaft und Forschung zu fördern, das Wissen in Weiterbildungen und Kampagnen weiterzutragen sowie künstlerische und kulturelle Aktivitäten zu unterstützen. Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Ziele.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  • Verbesserung der Versorgung von Personen, die an Depression erkrankt sind,
  • Prävention von Suizidalität durch Schulungs- und Beratungs-maßnahmen zur Sensibilisierung von Multiplikatoren, z.B. Polizisten und Seelsorgern,
  • Durchführung von Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Seminaren, Konferenzen und anderen Veranstaltungen, wobei die Ergebnisse der Allgemeinheit in geeigneter Form zur Verfügung gestellt werden,
  • Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über das Krankheitsbild der Depression, insbesondere seine Formen, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten,
  • Fort- und Weiterbildungen,
  • Durchführung von kulturellen Veranstaltungen, insbesondere von Ausstellungen der bildenden Kunst, Lesungen, Musikabenden oder Theateraufführungen,
  • Förderungen von Projekten oder Stipendien (nicht einsetzbar für Lebensunterhalt) für Künstler, die sich in den Bereichen Musik, Literatur, darstellende und bildende Kunst mit dem Krankheitsbild der Depression auseinandersetzen,
  • Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern und Betreuungskräften,
  • Beschaffung und Weiterleitung von Mitteln gemäß § 58 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) für die Verwirklichung der steuerbegünstigten Zwecke einer anderen steuerbegünstigten Körperschaft oder für die Verwirklichung steuerbegünstigter Zwecke durch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie des öffentlichen Gesundheitswesens.