Skip to content
Presse

Deutscher Medienpreis Depressionshilfe

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention schreibt alle zwei Jahre den „Deutschen Medienpreis Depressionshilfe“ aus. Damit werden herausragende Medienbeiträge von einer hochkarätigen Jury ausgezeichnet, die einem breiten Publikum anschaulich und kompetent von Depressionserkrankungen berichten.

Aktueller Deutscher Medienpreis Depressionshilfe

In diesem Jahr wird der Deutsche Medienpreis Depressionshilfe bereits zum siebten Mal verliehen. Beiträge können ab sofort bis zum 4. März 2026 eingereicht werden. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren, Redakteurinnen und Redakteure sowie Redaktionen, deren journalistischer Beitrag zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 31. Dezember 2025 in einem deutschsprachigen Medium der Publikumspresse veröffentlicht wurde.

Beiträge können ausschließlich mit Hilfe dieses Online-Einreichungsformulars eingereicht werden. 

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird über alle Mediengattungen hinweg verliehen. Im Fall der Berichterstattung zu Suiziden wird ein besonderes Augenmerk auf eine sachgerechte Form der Darstellung gelegt, um Nachahmungstaten zu verhindern. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden beim Deutschen Patientenkongress Depression am 30. Mai 2026 in der Alten Oper Frankfurt/M. ausgezeichnet.

Gefördert wird der 7. Deutsche Medienpreis Depressionshilfe von der Brigitte Letsch geborene Düppers Stiftung.

Über unseren Presseverteiler informieren wir über die Ausschreibung und Neuigkeiten zum Deutschen Medienpreis Depressionshilfe. 

Weiterführende Links zum Medienpreis

 

Die Jury

Die Jury besteht aus namhaften Persönlichkeiten aus Journalismus und Medizin:

Harald Schmidt (Jury-Vorsitz)
harald-schmidt_(c)alexander-schmidt_punctum_komprimiert_1-609b9eea
© Alexander Schmidt Punctum

Seit 2008 ist der Entertainer und Schauspieler als Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention tätig. Öffentlichkeitswirksam unterstützt er die Stiftung in ihrem Ziel, die Situation depressiv Erkrankter zu verbessern. So ist er u.a. in einem Radio-Spot der Stiftung zu hören, moderiert alle zwei Jahre den Patientenkongress Depression und ist Gastgeber unseres Podcasts „Raus aus der Depression“.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl
ulrich_hegerl_fotocredit_katrin_lorenz_komprimiert-657acd2b
© Katrin Lorenz

Hegerl war bis 2019 Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig. Er leitete seit 1999 das bundesweite "Kompetenznetz Depression, Suizidalität" und in Nachfolge seit 2008 als Vorstandsvorsitzender die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Darüber hinaus ist Hegerl Vorstandsvorsitzender des Deutschen Bündnisses gegen Depression und Präsident der European Alliance Against Depression. 

Uwe Kammann
Uwe Kammann_Dirk Bauer_336
© Dirk Bauer

Uwe Kammann ist Publizist und Medienberater, der von 2005 bis 2014 als Direktor und Geschäftsführer das Grimme-Institut leitete. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur des Medienfachdienstes epd medien. Er war bereits in zahlreichen Jurys tätig, darunter für den Deutschen Fernsehpreis, den Deutschen Hörspielpreis und den Robert-Geisendörfer-Preis. Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher, ist regelmäßiger Kommentator und Diskutant in Radio und Fernsehen sowie Moderator und Referent bei Medienkongressen. Für seine Arbeit erhielt er u. a. den Deutschen Preis für Medienpublizistik und den Hans-Bausch-Mediapreis.

Christine Reuter
christine-reuter-e39130bb
© Alexander Schmidt

Christine Reuter lebt seit 25 Jahren mit wiederkehrenden Depressionen und musste 2015 krankheitsbedingt ihre Wohnung und ihren Beruf als Juristin aufgeben. Nach zweieinhalb Jahren in einem sozialtherapeutischen Wohnheim führt sie heute dank medikamentöser und Psychotherapie, Reha und ergänzender Maßnahmen ein selbstbestimmtes Leben. Seit 2019 arbeitet sie als Peer-Beraterin beim Gutshof Stötteritz e. V. und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe sowie das Leipziger Bündnis gegen Depression. Zudem bringt sie ihre Expertise als Betroffene in Fachvorträgen, Medieninterviews und als Mitglied der Besuchskommission nach § 3 SächsPsychKG ein. Die Besuchskommission überprüft, ob in (teil)stationären psychiatrischen Einrichtungen die Rechte der Patienten oder Bewohner gewahrt werden.

Annett Schlesier
annett-schlesier_pablo-castagnola-(2)-(002)-3d3c5206
© Pablo Castagnola

Annett Schlesier studierte Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin und war von 1999 bis 2022 bei der Deutschen Bahn AG in Berlin tätig, seit 2011 als Teamleiterin im Bereich Gesundheitsmanagement. Sie verantwortete maßgeblich das bundesweite Programmportfolio „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ für den DB Konzern. Annett Schlesier begleitete den Start der Kooperation zwischen der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Seit 2022 ist sie Leiterin des Kompetenzcenters Gesundheit bei der Berliner Stadtreinigung

Thomas Voigt
thomas_voigt_336
© Otto Group

Thomas Voigt ist Kommunikationsberater. Er war von 2004 bis 2026 Group Vice President Corporate Communications and Political Affairs des weltweit tätigen Onlinehandels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group, Hamburg. Der Handels-, Change- und Kommunikationsexperte hat während seiner über 40-jährigen beruflichen Laufbahn in jungen Jahren Start-ups gegründet und war von 1989 bis 2004 Chefredakteur der Kommunikationsfachzeitschriften W&V und HORIZONT der der Wirtschaftszeitschriften Impulse und BIZZ.

Thomas Voigt erhielt für seine Arbeit diverse Auszeichnungen. Er wurde 2009 mit dem renommierten Preis „PR-Professional des Jahres“ ausgezeichnet und von W&V zum „Zeichensetzer des Jahres“ ernannt. Von einer breiten Jury von Wirtschaftsjournalisten wurde er zuletzt 2022 zum/r besten Unternehmenssprecher*in Deutschlands gekürt.

Ehrenamtlich ist Thomas Voigt engagiert, u.a. im Stiftungsrat der Michael Otto Foundation for Sustainability, im Vorstand des Berufsverbands BdKom und als stv. Kuratoriumsvorsitzender der Akademie für Publizistik. Kirchlich war er als langjähriges Mitglied der Kammer für Soziale Ordnung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und ist er in der Initiative Kirche – Wirtschaft der Nordkirche und als Mitglied des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer engagiert.

Als Mitglied der Jury für den Medienpreis steht Thomas Voigt der Stiftung in vielen Jahren sehr nah.

Nadja Stavenhagen
N. Stavenhagen
© Ines Marquet

Nadja Stavenhagen ist Journalistin und leitet die Akademie für Publizistik in Hamburg, die führend im Bereich Aus- und Fortbildung für Journalist:innen und Kommunikationsleute ist. Sie hat Theologie und Latein studiert und während ihres Studiums für verschiedene Medien journalistisch gearbeitet.

Mitte der 1990er Jahre stieg sie bei Gruner + Jahr in den Online-Journalismus ein und gestaltete digitale Medien für verschiedene Marken mit. Ab 2000 verantwortete sie als Chefredakteurin und Geschäftsführerin die Digitalangebote der Schöner Wohnen-Gruppe. Später übernahm sie die Leitung Redaktion und Geschäftsentwicklung für die digitalen Produkte der GEO-Gruppe.

Neben ihrer journalistischen Arbeit hat Nadja Stavenhagen eine Ausbildung zur systemischen Organisationsberaterin abgeschlossen und war als Dozentin für Online-Journalismus tätig. Außerdem ist sie Mitglied der Jury des Erich-Klabunde-Preises und des Schleswig-Holsteinischen Journalistenspreises. 

Seit 2014 ist sie Direktorin und Geschäftsführerin und bildet Medienleute aus Journalismus und Kommunikation mit Blick auf die Anforderungen des sich wandelnden Medienmarktes aus.

Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre

6. Medienpreis 2024

1. Platz: Tobias Fenneker, Sinah Jakobsmeyer, Lena Henning und Mareike Gröneweg

Wir haben Depressionen (Radio Hochstift/Neue Westfälische)

Der Depression ein Gesicht und eine Stimme geben – das ist hier sensationell gelungen. Unter dem Titel „Wir haben Depressionen" sprachen 48 Betroffene öffentlich über ihre Erkrankung und brachen damit das Schweigen in einer ländlichen Region. Die große Besonderheit liegt in der medienübergreifenden Aktion – ein regionaler Radiosender und die örtliche Tageszeitung leisten hier gemeinsam vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Entstigmatisierung von Depressionen. Das ist eine einmalige und äußerst wegweisende Zusammenarbeit im Lokaljournalismus. Dabei stechen auch die Vielfalt der Darstellungsformen und die hohe Qualität der Beiträge hervor: Betroffene, Angehörige und Experten kamen in Porträts, Interviews, Videos oder in eher ungewöhnlichen Formaten wie einem Brief zu Wort. Mit viel Feingefühl erhalten eine große Zahl an Betroffenen hier genügend Raum, ihre Geschichte zu erzählen. In Kombination mit der Nennung von Hilfsangeboten und Fakten über die Erkrankung ist dies eine herausragende journalistische Arbeit, die Betroffenen Mut macht, sich Hilfe zu suchen und ihnen signalisiert: Ihr seid mit eurer Erkrankung nicht allein.

 

2. Platz: Stefanie Heiß

Total erschöpft! Wie ein depressiver Bauer sein Leben neu ausrichtet (BR Fernsehen in der Sendung "Unser Land“)

Im Mittelpunkt der Reportage von Stefanie Heiß steht der Landwirt Helmut Grillmeier. Er berichtet sehr packend und eindringlich, wie er in die Depression rutschte und wie er Hilfe fand. Der Film lebt von diesem außergewöhnlichen Protagonisten, der mit vielen Vorurteilen bricht, die im ländlichen Raum mit dem Rollenbild des ‚starken‘ anpackenden Bauern vorherrschen. Seine Geschichte bewegt zutiefst und macht gleichzeitig anderen Betroffenen Mut. Die Stärke der Reporterin liegt darin, dass sie ihm mit viel Empathie und Interesse zuhört und ihm umfänglichen Raum für seine Geschichte zugesteht. Besonders gelungen ist zudem die Darstellung der Lebenssituation und des landwirtschaftlichen Alltags. Menschen in landwirtschaftlichen Berufen sind für die Aufklärungsarbeit und den Abbau von Vorurteilen und Irrtümern zur Depression als Zielgruppe schwer zu erreichen. Genau das aber gelingt dem Beitrag in hervorragender Weise.

 

3. Platz: Antje Behr und Marie Villetelle

Psycho, Ich depressiv (rbb/ARTE)

Der Film „Psycho, Ich depressiv“ wurde von der Jury als außergewöhnlich eingestuft, weil er vieles in hoher inhaltlicher und journalistischer Qualität zusammenbringt: Interviews mit Betroffenen, Experten-O-Töne, Erklärungen im Off und metaphorische Darstellungen. Die Reportage erzählt stilistisch außergewöhnlich aufbereitet von der Lebenswelt verschiedener Menschen mit Depression und ergänzt dies durch die fundierte Einschätzung von Fachleuten. Besonders stechen die bildlichen, künstlerisch anmutenden Metaphern hervor, die genutzt werden, um die Depression zu visualisieren und fühlbar zu machen. Mit diesem formal ambitionierten Stilmittel gelingt es, die Erkrankung für Außenstehende nachvollziehbarer werden zu lassen. Die Jury hebt außerdem die fachliche Tiefe des Beitrags hervor. 

5. Medienpreis 2022

1. Platz: Annette Schreier

ICH BIN NOCH DA! Suizidgedanken junger Menschen (ZDF 37 Grad)

Suizid ist die zweithäufigste Todesursache von jungen Menschen unter 25 Jahren. Äußerst einfühlsam begleitet Annette Schreier in ihrer TV-Dokumentation in der ZDF-Reihe „37 Grad“ Jugendliche mit Suizidgedanken. Monja und Emily erzählen vor der Kamera von ihrem leidvollen Weg, aber auch von der Hilfe, die sie erfahren haben. Der Autorin ist ein emotionales, ein bewegendes, ein starkes TV-Stück gelungen – ohne dabei die Richtlinien für einen verantwortungsvollen Umgang der medialen Darstellung von Suiziden zu verletzen und Nachahmungseffekte zu provozieren. Die große Stärke liegt darin, dass Jugendliche im Mittelpunkt des Beitrages stehen und die Vielfalt junger Sichtweisen dargestellt wird. Der Film signalisiert anderen Jugendlichen, dass sie nicht alleine sind und ermutigt sie, sich fachliche Hilfe zu suchen. 

 

2. Platz: Martin Gommel

Was hilft, wenn du depressive Angehörige hast (Online-Magazin Krautreporter)

Depression betrifft immer auch das Umfeld. Martin Gommel, selbst an Depression erkrankt, schafft mit seinem sorgfältig recherchierten und aufbereiteten Beitrag einen äußerst fundierten und umfassenden Leitfaden für alle, die nicht genau wissen, wie sie ihren erkrankten Angehörigen oder Freund unterstützen können. Sein Beitrag beleuchtet das Thema aus vielfältigen Perspektiven. Martin Gommel ist mit seinem Text nah an der Situation der Angehörigen. Es gelingt in hervorragender Weise, die Leserschaft mitzunehmen auf die emotionale Reise, die das Umfeld eines depressiv erkrankten Menschen erlebt. 

 

3. Platz: Cornelia Benne & Almut Gronauer / Heiko Wirtz-Walter & Nikolaus Zakarias

Durchhalten in der Krise - die Pandemie und die Psyche (ARTE) / 7 Tage unter Depressiven (SWR Fernsehen)

Cornelia Benne & Almut Gronauer: Bin ich nur psychisch erschöpft oder schon mitten in einer Depression? Diese Frage stellten sich während der Pandemie viele Menschen. Der Film erzählt sehr nah von der Lebenswelt zweier Betroffener mit besonderer Belastung während der Pandemie – einer Jugendlichen mit Depression und einer alleinerziehenden Mutter. Sie lassen die Zuschauerschaft in ihren Alltag und ihre Psyche schauen und stehen dabei stellvertretend für Millionen Betroffene mit Depression. Die große Stärke des Films liegt darin, die Aufmerksamkeit auch auf die Menschen zu lenken, die von der Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen besonders betroffen sind.

Heiko Wirtz-Walter & Nikolaus Zakarias: Die beiden Autoren nehmen die Zuschauer in ihrer Dokumentation mit in eine psychiatrische Klinik. Für viele Betroffene psychischer Erkrankungen stellt es eine große Hürde dar, in eine Psychiatrie zu gehen. Den Autoren gelingt es mit ihrem Film auf eine sehr sensible Weise, diese Hürden abzubauen – indem sie mit Patienten und Patientinnen in der Klinik ins Gespräch kommen und uns zeigen, wie der Stationsaufenthalt abläuft und damit Ängste abbauen. Einen besonderen Beitrag leistet dazu die Selbstöffnung des Autors, der selbst auch einmal an Depression erkrankt war. 

4. Medienpreis 2019

1. Platz: Katja Engelhardt, Inka Friese und Ricci Lutterbeck / Marco Giacopuzzi 

Die Sendung mit der Maus-Spezial: Die unsichtbare Krankheit / Phil und das Traurigsein (KiKA)

Katja Engelhardt, Inka Friese und Ricci Lutterbeck: Psychische Erkrankungen sind, anders als ein gebrochener Arm, unsichtbar. Der Sendung mit der Maus gelingt es trotzdem, psychische Erkrankungen kindgerecht am Bildschirm darzustellen. Dabei bedient sich die Sendung eines ganz ungewöhnlichen Formates: Kinder berichten in ihrer Sprache über ihre Erkrankung und die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Die Kinder werden dabei jedoch nicht gezeigt, sondern das Gesagte wird mit kleinen Trickfilmen dargestellt. Das macht es für Kinder nicht nur greifbarer, sondern schützt auch die dargestellten Kinder. 

Marco Giacopuzzi: Äußerst einfühlsam und mit einem einzigartigen Gespür begleitet Marco Giacopuzzi den damals 11-jährigen Phil, der an Depression erkrankt ist und sogar Suizidgedanken hatte. Der Beitrag zeigt den Weg des Jungen aus der Klinik zurück in den Alltag – ohne Phil vorzuführen. Der Film lebt in ganz besonderer Weise von seinem jungen Protagonisten, der mutig, offen und klar von seiner Erkrankung erzählt. Das berührt und zeigt schon den jungen Zuschauern, dass die schwere Erkrankung Depression jeden treffen kann – auch Kinder. 

 

2. Platz: Jule Kaden

Thementag zu Depressionen und Beziehungen (Fritz, RBB)

Jule Kaden wagt sich auf Fritz, dem jungen Radioprogramm vom RBB, an einen ganzen Thementag Depression. Im Mittelpunkt steht die Geschichte zweier Paare, die sehr offen erzählen, welche Auswirkungen die Erkrankung auf ihre Beziehung hat. Die Beiträge sind handwerklich und inhaltlich sehr gut gemacht und zeichnen ein intensives, eindringliches Bild der Erkrankung mit ihren Folgen. Auch durch die Vielfalt der gewählten Beitragsformen gelingt es, junge Menschen an das Thema Depression heran zu führen – auch jene, die sich damit womöglich noch nie damit beschäftigt haben. 

 

3. Platz: Barbara Vorsamer

Liebe Magdalena

Barbara Vorsamer wählt ein ungewöhnliches, sehr persönliches Format, um die Depression zu beschreiben: einen Brief an ihre Tochter. Das schafft eine große Nähe und beschreibt die Erkrankung auf sehr ergreifende Weise. Die Sprache der Autorin ist herausragend und entfaltet eine große Kraft, die tief bewegt und die Depression spürbar werden lässt. 

3. Medienpreis 2017

1. Platz: Anne Thiele

Leben mit Depression – Langzeitbegleitung einer Betroffenen (RTL Extra)

Offener und mutiger hat sich bislang wohl kaum jemand während einer Depression einem breiten Publikum geöffnet: Ein halbes Jahr lang führte die Unternehmerin Kristina Wilms aus Berlin ein Video-Tagebuch und gewährt dem Zuschauer darin einen schonungslosen Einblick in ihr Leben mit Depression - in gute, kraftvolle, erfolgreiche Tage und zugleich in schlechte, düstere und hoffnungslose. Der Beitrag macht dadurch die nicht-sichtbare Krankheit transparent und sorgt für mehr Verständnis im privaten wie beruflichen Umfeld der Betroffenen. 

 

2. Platz: Hendrik Rack, Eva Riedmann, Anna Bühler, Eva Riedmann, Ariane Alter, Sebastian Meinberg

Social Media & Depression: Wenn Facebook dein Leben zur Hölle macht (BR PULS)

Das PULS-Autorenteam macht sich in frischen, ungewöhnlichen TV-Experimenten auf die Suche, was die angeblich so heile Schein-Welt der Sozialen Medien mit uns macht, erst Recht mit Depressionserkrankten. Dabei wird aufgezeigt, dass Social Media kein Auslöser für Depressionen ist. Und wann die sozialen Netzwerke im Krankheitsfall schaden, oder auch helfen können. Das Autorenteam bettet das Thema Depression in ein Umfeld ein, das für alle Zuschauer relevant ist. Dadurch gelingt es ihnen, junge Menschen an das Thema Depression heran zu führen, die sich damit womöglich noch nie beschäftigt haben. 

 

3. Platz: Corinna Schöps

Wenn die Seele Hilfe braucht“ (ZEIT Doctor)

Die Autorin stellt in ihrem umfassend recherchierten Beitrag die richtigen Fragen zur Psychotherapie - und findet komplexe Antworten. Sie greift dabei Missverständnisse auf und stellt sie in den entsprechenden wissenschaftlichen Kontext. Und: Die Darstellung neuer Wege schafft Wissen und macht Mut, ohne falsche Hoffnungen zu wecken. Ein journalistisch wie inhaltlich hervorragend angelegten Lexikonartikel oder auch „Beipackzettel für die Behandlungsform der Psychotherapie“.

2. Medienpreis 2015

1. Platz: Anna Bühler und Till Ottlitz

Die Frage: Werden wir immer depressiver? (PULS)

Vom Radiobeitrag des Jugendsenders PULS vom Bayerischen Rundfunk zeigte sich die Jury begeistert. Einfühlsam und hintergründig sei diese Sendung, so Jurymitglied Thomas Voigt (Otto-Group) in seiner Laudatio. Ihren besonderen Reiz erziele sie aber durch die ungeheure Breite und Lebendigkeit der journalistischen Darstellungsformen. So wird dieses ernste Thema einerseits informativ und fundiert und andererseits unverkrampft, authentisch und farbig präsentiert.

2. Platz: Katrin Schmiedekampf und Stephan Seiler / Stephan Schweiger

Kein Grund traurig zu sein (mobil – das Magazin der Deutschen Bahn) / Mehr als nur traurig (Focus Gesundheit)

Platz 2 teilten sich die Autoren der Printtitel „mobil – das Magazin der Deutschen Bahn“, Katrin Schmiedekampf und Stephan Seiler („Kein Grund traurig zu sein“) sowie Stephan Schweiger für Focus Gesundheit („Mehr als nur traurig“). Beide Beiträge, so Jurymitglied Uwe Kammann (Publizist und bis 2014 Geschäftsführer des Grimme-Instituts), zeichneten sich – jeweils bezogen auf ihre Lesergruppen – vor allem dadurch aus, das komplexe Thema Depression so anschaulich darzustellen, dass es für viele verständlich wird, ohne die Sachverhalte zu versimpeln.

3. Platz: KLUB KONKRET

Wahnsinnig normal. Wie Psycho sind wir? (Eins Plus, SWR)

Als ein besonders gutes Beispiel wertete die Jury die TV-Jugendsendung „Wahnsinnig normal. Wie Psycho sind wir?“ des jungen Reportage- und Talkmagazins KLUB KONKRET im digitalen ARD-Kanal „Eins Plus“ (SWR). Das Preisgeld nahm das zuständige Redaktionsbüro vydy.tv unter der Leitung von Michael Köppel entgegen. Mit einem lebendigen, vorbehaltlosen Blick auf „wahnsinnig normale“ Betroffene und die Depressionserkrankung, so Jurymitglied Petra Gessinger von Medizin Compact in ihrer Laudatio, trage dieser Aufklärungsbeitrag dazu bei, Anteil zu nehmen und zu begreifen: Diese Krankheit kann jeden treffen – Robin Williams, Tobi Katze, Dich und mich.

1. Medienpreis 2013

1. Platz: Ann-Kathrin Eckardt / Beate Wagner 

Schattenliebe / Depression (NEON) - Ein Tabu nur noch bei Männern? (Focus Gesundheit)

Ann-Kathrin Eckardt: In sensibel geführten Interview-Protokollen lässt Ann-Kathrin Eckardt im jungen Szenemagazin NEON Paare zu Wort kommen, deren Liebe von der Depression eines Partners überschattet wird. Flankiert wird ihr Text „Schattenliebe“ von einer ausdrucksstarken Fotostrecke und gut aufbereiteten Kurz-Fakten zur Depression, die sich wie ein Laufband durch den mehrseitigen Artikel ziehen.

Beate Wagner: „Fakten, Fakten, Fakten“ – die soll der Focus-Leser bekanntermaßen mitnehmen. Der Medizin- und Wissenschaftsjournalistin Beate Wagner gelingt es in ihrem Artikel für „Focus Gesundheit“, ihre gut recherchierten Fakten zudem in authentische Schicksale von Betroffenen einzubetten: Ein Vater, den das Weinen seines Neugeborenen kalt lässt. Eine junge Frau, die sich ihrer dauerhaften Tränen nicht erwehren kann. Beate Wagner stellt damit klar: Depressionen können jeden treffen. Es gibt also de facto keinen Grund für Tabus. Und doch: In ihrem Artikel „Depression – ein Tabu nur noch bei Männern?“ legt sie mit dem Zusammenhang zwischen nicht therapierter Depression und erhöhter Suizidrate bei Männern ihren Finger in eine offene Wunde. Aber sie macht an dieser Stelle vor allem auch Mut, indem sie erfolgreiche Behandlungsmethoden aufzeigt. 

2. Platz:  Jana Lindner (Autorin), Ines Hoge-Lorenz und Katrin Hartig (Redaktion)
Das Geschäft mit Burnout (MDR)

Gestresst, gemobbt, ausgebrannt: Das Thema Burnout ist in aller Munde. „Exakt – Die Story“, das wöchentliche TV-Nachrichtenmagazin des MDR, fokussiert dabei auf einen bislang wenig beachteten Aspekt: das Geschäft mit Burnout. Das Team um Autorin Jana Lindner und die Redakteure Ines Hoge-Lorenz und Katrin Hartig hinterfragt Angebote wie Burnout-Reisen, -Therapien oder Burnout-Pillen kritisch. Was hilft wirklich, was ist Abzocke? Der Begriff Burnout ist nicht klar definiert; es gibt keine medizinische Diagnose Burnout. Tatsächlich steckt oft eine Depressionserkrankung dahinter. Und es wird deutlich: Hier kann eine Nicht- oder Falsch-Behandlung lebensbedrohliche Folgen haben. 

3. Platz:  Redaktion „SWR Nachtcafé“
Depression – die neue Volkskrankheit? (SWR)

SWR-Moderator Wiegald Backes lädt zu 90 Minuten TV-Talk rund um das Thema „Depression – die neue Volkskrankheit?“. Die spannende Auswahl aus prominenten Talkgästen, Experten und Betroffenen, der auflockernde Wechsel zwischen Diskussionsrunde und Einzel-Gespräch an der Bar sowie der Mix aus aktuellen Fakten und persönlichen Schicksalsberichten macht den Beitrag aus. Das Redaktionsteam vergisst darüber aber auch nicht, ganz praktische Hilfestellungen zur Sprache zu bringen. 

Lisa Bäuerle & Heike Friedewald Presse- und Öffentlichkeitsarbeit