Digitale Hilfen
Zahlreiche digitale Angebote wie Foren, Online-Programme und Apps können Menschen mit Depression unterstützen. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass es sich um seriöse Angebote handelt, die auf wissenschaftlich gesicherten Informationen basieren.
Online-Diskussionsforum Depression
Bei Onlineforen sollten Sie auf eine fachliche Moderation achten. Der Diskussionsforum e.V. ist Partner der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und bietet ein fachlich moderiertes Online-Forum Depression unter www.diskussionsforum-depression.de an.
Das Online-Forum vernetzt Betroffene und Angehörige digital miteinander und unterstützt damit die Bewältigung von Depression: Betroffene und Angehörige erhalten Informationen, Tipps, Erfahrungswerte, Verständnis und oft auch Mut und Hoffnung von Menschen, die in ähnlicher Situation sind. Die Nutzung des Forums ist anonym, kostenfrei und dank Moderation von Experten seriös und sicher.
Für junge Menschen: Infoplattform mit Chat
Ebenfalls vom Diskussionsforum Depression e.V. angeboten, hält FIDEO für Jugendliche ab 14 Jahren Informationen zur Erkrankung Depression bereit. Zugleich können sich Jugendliche und junge Erwachsene rund um die Uhr anonym in einem Selbsthilfe-Chat miteinander austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Der FIDEO-Chat wird fachlich von einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin moderiert. Ein schneller Selbsttest und ein digitaler Notfallkoffer bieten in schwierigen Zeiten zusätzliche Unterstützung. Auch Familienangehörige, Schulen oder Freundinnen und Freunde finden hilfreiche Informationen.
Apps bei Depression
Neben Online-Foren werden Programme im Internet sowie Apps angeboten, um Patienten mit Depression in einem aktiven Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen (sogenanntes „Selbstmanagement“). In solchen Programmen und Apps lernen Betroffene zum Beispiel, ihre Stimmung regelmäßig zu beobachten, den Tag zu strukturieren, Strategien für einen gesunden Schlaf oder im Umgang mit negativen Gedanken zu entwickeln. Die meisten dieser Programme basieren auf Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie.
Die Wirksamkeit einiger Online-Programme ist gut belegt, wenn sie mit ärztlicher oder psychologischer Begleitung genutzt werden. So steht eine Ansprechperson zur Verfügung, die bei Fragen oder Problemen helfen kann und eine regelmäßige Teilnahme am Programm unterstützt. Ein Beispiel dafür ist iFightDepression.
Worauf Sie achten sollten
Bei der Nutzung digitaler Angebote sollte auch auf den Schutz persönlicher Daten geachtet werden. Nutzen Sie eine App oder ein Programm über Ihr Smartphone, dann ist zum Beispiel davon abzuraten, sich mit einem Social Media-Account einzuloggen. Auch ist es ratsam, die Datenschutzerklärung zu lesen.
Sammeln Sie zunächst Informationen über die App bzw. das online Programm:
- An wen genau richtet sich das Angebot?
- Welchen Zweck verfolgt es und welche Unterstützung kann ich erwarten?
- Wer ist der Anbieter? Stammt das Angebot z.B. von ausgebildeten Fachpersonen wie Psychiaterinnen oder Psychotherapeuten, eine Universität oder Krankenkassen?
- Entstehen Kosten?
- Wie bewerten andere Nutzer das Programm oder die App, wird es ggf. von einer Krankenkasse empfohlen?
App auf Rezept (DiGA)
Ärzte oder Psychotherapeuten können Ihnen auch eine zugelassene App für Depression auf Rezept verordnen. Diese Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) müssen ihre Wirksamkeit in Studien belegt haben und strenge Datenschutzvorgaben erfüllen. Bei Depressionen unterstützen sie Betroffene z. B. mit Übungen zur Stimmungsaufhellung, Strukturierung des Alltags oder dem Umgang mit negativen Gedanken. DiGAs sind bei Depression geeignet, wenn Sie leichte bis mittelschwere depressive Symptome haben und aktiv etwas für Ihr Wohlbefinden tun möchten. Die Apps auf Rezept können Wartezeiten auf einen Therapieplatz überbrücken oder als Ergänzung zu einer bestehenden Behandlung genutzt werden. Die Kosten für die DiGA werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn eine Verordnung vorliegt. Eine Übersicht der zugelassenen DiGAs finden Sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Wichtig ist: auch für die Nutzung digitaler Programme und Apps sollten bestehende Symptome zunächst ärztlich abgeklärt werden. Erste Anlaufstellen finden Sie hier.
iFightDepression Tool
Das iFightDepression-Tool ist ein kostenfreies Online-Selbstmanagementprogramm, das von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe bereitgestellt wird. In sechs strukturierten Workshops lernen Betroffene hilfreiche Techniken für den Umgang mit einer Depression. Das Programm richtet sich an Erwachsene sowie Jugendliche ab 15 Jahren mit leichten depressiven Symptomen.
Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt: iFightDepression kann depressive Beschwerden spürbar lindern.
Für die Nutzung benötigen Teilnehmende eine fachliche Begleitung. Sprechen Sie daher Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren Arzt oder Ihre Psychotherapeutin bzw. Ihren Psychotherapeuten an, ob eine Teilnahme unterstützt werden kann. Behandelnde Fachpersonen können sich über ein Webinar als iFightDepression-Begleiter qualifizieren. Hier finden Sie einen Flyer zu iFightDepression welchen Sie Ihrem Behandler übergeben können.
Podcast „Raus aus der Depression“
Was ist eine Depression – und wie kann man lernen, mit ihr zu leben? Im Podcast „Raus aus der Depression“ von ARD Gesund in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sprechen prominente Betroffene über ihre Erfahrungen mit der Depression. Moderator ist Entertainer Harald Schmidt, seit vielen Jahren Schirmherr der Stiftung. Professor Ulrich Hegerl erklärt im Podcast Ursachen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung. "Raus aus der Depression" ist in der ARD Audiothek, auf YouTube bei ARD Gesund sowie überall, wo es Podcasts gibt, verfügbar.
