Arousal-Projekt

Hirnstrommessung als diagnostischer Marker für Depression?

Noch gibt es keine verlässlichen biologischen Kennwerte, anhand derer das Vorliegen einer Depression objektiv bestätigt und die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen (z.B. Demenz) erleichtert werden kann. Durch Hirnstrommessungen (EEG) kann man Hirnaktivität mit sehr genauer zeitlicher Auflösung messen, deshalb untersuchen wir, ob sich aus dem EEG Biomarker für Depression finden lassen.

Depressive Menschen berichten meist von Einschlafproblemen und kommen trotz Müdigkeit nur schwer zur Ruhe. Bei einer Messung der Hirnströme (EEG) unter Ruhebedingungen lässt sich dementsprechend bei vielen depressiv Erkankten feststellen, dass ihre Wachheitregulation verändert ist: Sie sind häufig von einer chronisch erhöhten Wachheit betroffen und können nicht entspannen. Ziel unserer Forschungsbemühungen ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Wachheitsregulation bei verschiedenen Erkrankungen (Depression, Manie oder ADHS) zu erforschen. Dies soll dazu beitragen, deren Ursachen besser zu verstehen und zu prüfen, ob die mittels EEG gemessene Wachheitsregulation für die Diagnosestellung der Depression hilfreich ist und ob man anhand der Wachheitsregulation das Ansprechen auf antidepressive Behandlungen voraussagen kann.


Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Arousal-Studien (Foto: Stefan Straube)

Kontakt

Prof. Dr. Ulrich Hegerl
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Semmelweisstraße 10
04103 Leipzig
forschungszentrum@deutsche-depressionshilfe.de

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EEG-Studie zur Regulation der Wachheit – eine Kooperation zwischen Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung gGmbH