Häufigkeit

Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Insgesamt sind in Deutschland 8,2 %, d. h. 5,3 Mio. der erwachsenen Deutschen (18 – 79 Jahre) im Laufe eines Jahres an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung erkrankt (Jacobi et al., 2016*). Diese Zahl erhöht sich noch einmal um Kinder und Jugendliche und Menschen über 79 Jahre, die in dieser Studie nicht erfasst sind, aber ebenfalls an Depression erkranken können.

Betrachtet man das gesamte bisherige Leben, so waren 17,1 % der erwachsenen Deutschen (18 – 65 Jahre) mindestens einmal an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung erkrankt, das ist ca. jeder fünfte Bürger. (Jacobi et al., 2004*) Diese Zahl erhöht sich noch einmal um Kinder und Jugendliche und Menschen über 65 Jahre, die in dieser Studie nicht erfasst wurden, aber ebenfalls an Depression erkranken können.

Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. Frauen erkranken also zwei– bis dreimal so häufig an einer Depression wie Männer.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Symptomen

Hinsichtlich der Krankheitszeichen sind Depressionen bei Frauen und Männern recht ähnlich. Frauen berichten jedoch generell von mehr Symptomen, sie fühlen sich stärker belastet und weinen mehr. Männer hingegen sind etwas häufiger von Schlaflosigkeit betroffen und reagieren manchmal mit höherer Gereiztheit.

Da sich in der Depression die Sorgen an den jeweilig vorhandenen Lebensproblemen festmachen, werden Frauen im Vergleich zu Männern vielleicht im Schnitt etwas häufiger familiäre oder gesundheitliche Probleme als Ursache ihrer Depression vermuten. Männer dagegen geben eher berufliche Probleme als Grund ihrer Depression an. Jedoch ist hier in aller Regel das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ursächlich.

*vollständige Quellen:
Jacobi et al. (2004). Prevalence, co-morbidity and correlates of mental disorders in the general population: results from the German Health Interview and Examination Survey (GHS) Psychological Medicine, 34, 597–611.
Jacobi et al. (2016). Erratum zu: Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul „Psychische Gesundheit“ (DEGS1-MH). Nervenarzt, 87,88–90.

Foto Schirme, Fotowettbewerb Stiftung Deutsche Depressionshilfe
„Farbenfrohe Lichtblicke“, Manuela Illner (Fotowettbewerb 2013)