Die Forscher suchen zum einen nach genetischen Anlagen, die für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hinsichtlich affektiver Erkrankungen verantwortlich sind. Zum anderen wollen sie genetische Faktoren aufspüren, die den medikamentösen Behandlungsverlauf beeinflussen. Dazu müssen die Wissenschaftler die für molekulargenetische und pharmakogenetische Untersuchungen erforderliche große Anzahl an Patienten untersuchen und die Daten mit einheitlichen Instrumenten erheben. Das Kompetenznetz schafft die Voraussetzungen dafür.
Psychische Störungen sind häufig mit einem veränderten Stoffwechsel des Gehirns verbunden. Medikamente, die diesen Stoffwechsel gezielt beeinflussen, können oft eine unersetzbare Hilfe darstellen. Das Ausmaß der Besserung ebenso wie das Auftreten von Nebenwirkungen sind bei verschiedenen Patienten unterschiedlich. Möglicherweise hängt dies unter anderem auch von den stofflichen Voraussetzungen des Gehirns ab, die bei verschiedenen Menschen unterschiedlich sind. Zur Zeit kann man nicht vorhersagen, welcher Patient auf welches Medikament günstig ansprechen wird, oder ob ein Patient Nebenwirkungen entwickeln wird. Eine besondere Bedeutung kommt wahrscheinlich bestimmten Eiweißstoffen im Gehirn zu. Der "Bauplan" dieser Eiweißstoffe ist in der Erbsubstanz DNA aufgezeichnet, die in jeder Zelle des Körpers vorliegt. Inzwischen ist bekannt, an welcher Stelle der Erbsubstanz die Information für einige dieser Eiweißstoffe verschlüsselt ist.Wir untersuchen, ob einzelne kleine Abschnitte der DNA sich bei gesunden und kranken Personen unterscheiden und in wieweit diese Unterschiede einen Einfluss auf die Entwicklung, den Verlauf und die Schwere der Erkrankung nehmen. Weiterhin untersuchen wir, ob und wie solche Unterschiede in der DNA mitverantwortlich dafür sind, dass manche Patienten ungenügend auf Medikamente ansprechen oder Nebenwirkungen auf Medikamente entwickeln. Vielleicht können wir so in absehbarer Zeit vorhersagen, für welche Patienten ein bestimmtes Medikament am hilfreichsten ist, wem es nicht nutzt und wer starke Nebenwirkungen bekommen wird. Solche Untersuchungen lassen sich an Zellen aus dem Blut durchführen. Hierbei wird im Labor untersucht, ob sich bestimmte Abschnitte der DNA bei Gesunden und Kranken, Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf und bei Patienten, die gut bzw. schlecht auf Medikamente ansprechen unterscheiden und wie sich diese Unterschiede auf biochemischer Ebene auswirken.
| Prof. Dr. Wolfgang Maier Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Uniklinikum Bonn Sigmund Freud Strasse 25 53105 Bonn www.meb.uni-bonn.de/psychiatrie |
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| Prof. Dr. Marcella Rietschel Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Postfach 12 21 20 68072 Mannheim http://www.zi-mannheim.de/ |
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| PD Dr. Dan Rujescu, MD Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, LMU München Nussbaumstrasse 7 80336 München Tel.: 089-5160-5756 Fax: 089-5160-5779 Email: Dan.Rujescu@med.uni-muenchen.de psywifo.klinikum.uni-muenchen.de |
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| Dr. Peter Zill Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, LMU München Nussbaumstrasse 7 80336 München psywifo.klinikum.uni-muenchen.de |