4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Depression – damit gehört die Krankheit zu den häufigsten psychiatrischen Diagnosen. Bei Frauen stellen Ärzte etwa doppelt so häufig die Diagnose Depression wie bei Männern. Für diesen Geschlechterunterschied gibt es unterschiedliche biologische und psychosoziale Erklärungen.

Bei Männern ist eine Depression schwieriger zu erkennen. Frauen sprechen eher über ihre Ängste und Stimmungsschwankungen und werden eher als „depressiv“ eingeordnet, während bei Männern oft organische Ursachen vermutet werden. Das unterschiedliche Verhalten der Geschlechter und das unterschiedliche Diagnoseverhalten der Ärzte kann also eine Rolle spielen.

Die so genannte Wochenbett-Depresssion, eine depressive Verstimmung nach der Geburt eines Kindes, sowie das prämenstruelle Syndrom zeigen, dass es für den Geschlechterunterschied auch hormonelle Gründe gibt, denn die Depression tritt oft in Lebensphasen auf, die durch Hormonumstellungen gekennzeichnet sind. Östrogene und Gestagene beeinflussen als Hormone in vielfältiger Weise das zentrale Nervensystem. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass sowohl biologische als auch psychosoziale Faktoren zusammenkommen, wenn eine Depression entsteht.

 


vorherige Meldung /nächste Meldung
Depression: Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer