Altern geht mit zahlreichen Verlusterlebnissen einher, etwa dem Verlust der körperlichen, manchmal auch der geistigen Leistungsfähigkeit, dem Verlust des Lebenspartners, des Einflusses im beruflichen und sozialen Bereich, oft auch dem Verlust der eigenen Wohnung.
Man könnte deshalb erwarten, dass alte Menschen deutlich häufiger an Depressionen erkranken. Zumindest bei den schweren Depressionen gibt es jedoch für diese Vermutung keine Belege. Bei jüngeren Erwachsenen wurden sogar häufiger Depressionen diagnostiziert als bei älteren Menschen. Hierbei muss man aber methodische Probleme bedenken. So könnte die Bereitschaft der jüngeren Generation, über depressive Beschwerden zu berichten, größer sein als bei der älteren Generation. Erschreckend ist allerdings die hohe Suizidrate im Alter, besonders bei alten Männern.

Keinesfalls ist höheres Alter mit seinen vielfältigen körperlichen Erkrankungen allein ein ausreichender Grund für depressive Erkrankungen. Depressionen müssen im Alter genauso konsequent wie in jüngeren Jahren behandelt werden, zumal sie bei älteren Menschen besonders leicht einen lebensbedrohlichen Charakter annehmen.